SV Grün-Weiß Wörlitz e.V.

Vorwürfe gegen FC Grün-Weiß Piesteritz Angriffe aus der Anon

Presse Team, 12.02.2018

Vorwürfe gegen FC Grün-Weiß Piesteritz Angriffe aus der Anon

Vorwürfe gegen FC Grün-Weiß Piesteritz Angriffe aus der Anonymität

12.02.18, 11:19 Uhr

Piesteritz -

Der E-Mail-Schreiber ist überzeugt: Es ist Zeit, an die Öffentlichkeit zu gehen! Dabei gibt er sich größte Mühe, seine Identität zu verschleiern. Er legt einen Account an und wählt für seine Mail-Adresse eine geschickte Kombination aus dem Vor- und Nachnamen eines bekannten Fußballers mit zwei Ziffern aus. Die Zahlen sind das Geburtsjahr des Kickers. Zwei solcher Mails hat die MZ schon erhalten.

Diesmal behauptet der Schreiber: Das habe es in Piesteritz „bestimmt noch nicht gegeben“. Es geht um Gewalt unmittelbar nach dem Training. Für die Polizei ist der „Volkspark ein Tatort“.

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„Es geht um nicht unerhebliche Verletzungen“, sagt Reviersprecherin Doreen Lasch. Die Ermittlungen laufen noch. Es ist kompliziert: Die Beamten haben es mit der klassischen Aussage-gegen-Aussage-Konstellation zu tun.

Der E-Mail-Schreiber dagegen ist viel schneller, als die Polizei erlaubt. Er hat seiner Meinung nach den Fall gelöst und sieht ein Problem. „Der Täter wird vom Vorstand des Vereins gedeckt“, behauptet er, „alles soll vertuscht werden.“ Die Kritik an der Führungsspitze des Vereins ist offensichtlich sein Hauptanliegen.

Die Empörung ist groß - vor allem bei dem - nach der Mail-Darstellung - Opfer. „Ich wollte damit nicht in die Öffentlichkeit gehen“, sagt der Sportler, der trotz seiner vermeintlich verräterischen Mail-Adresse die Presse nicht eingeschaltet hat. „Ich habe privat keine Mail-Adresse, nur dienstlich“, sagt der Mann der MZ. „Aber es ist richtig, ich bin verprügelt worden“, betont er.

Allerdings hat der Mail-Autor seine Informationen nur vom Hörensagen, von Gerüchten bezogen. Die Details halten einer Überprüfung nicht stand. So hat der Vorfall mit den „Alten Herren“ nicht das Geringste zu tun und die genannten Verletzungen - es geht um mehrere Brüche - sind nicht korrekt dargestellt.

„Vier Tage habe ich aber im Krankenhaus gelegen“ sagt der Spieler. Das, was folgt, ist Routine, der Arzt informiert sich, was passiert ist. Er macht ein entsprechendes Kreuz und das ruft die Krankenkasse auf den Plan. Eine Anzeige ist die logische Konsequenz.

Der Mann, für den der FC quasi eine Jugendliebe ist - er war schon im Nachwuchs aktiv - vollzieht die Trennung. Nach 47 Pflichtspielen im Männerbereich - dabei erhielt er lediglich drei Gelbe Karten - ist Schluss. Er beendet seine Karriere und steht nicht mehr wie bisher als Sponsor zur Verfügung.

Er hätte sich allerdings eine ähnliche Konsequenz wie in Eisleben gewünscht. Auch hier ermittelt die Polizei nach einem Gewalt-Vorfall im Fußball. Der betroffene SpVgg Osterhausen suspendiert die Spieler sofort. „Piesteritz hat anders gehandelt. Ich hege aber keinen Groll gegen den Vorstand. Die demokratische Entscheidung hat mir Ulrich Kase, den ich sehr schätze, mitgeteilt.“

Gemeint ist der Präsident. „Es gibt bei uns keine Vorverurteilung“, so Kase zur MZ, „schließlich laufen die Strafverfahren noch.“ Verhandlungen am Amtsgericht, die sind öffentlich, sind wahrscheinlich. Eine Geheimhaltung ist so zum Scheitern verurteilt. Kase hält - wenn alle Fakten auf dem Tisch liegen - ein neues Votum für möglich.

Im Vorstand soll auch beraten werden, ob der Verein gegen den E-Mail-Schreiber vorgeht. „Wer Charakter hat, der meldet sich bei uns direkt“, sagt Kase.

Erst im vergangenen Jahr sorgte ein anonymer Hinweis an den Staffelleiter dafür, dass der FC drei Punkte abgezogen bekam. Bei der elektronischen Aufstellung wurde der falsche Schmidt angekreuzt. Den Fehler beim Spiel in Dölau bemerkte vor Ort niemand. Der Mail-Schreiber sah in den sozialen Medien Bilder von der Partie und entdeckte den Fauxpas.

Aber dieses Mal ist der Unbekannte möglicherweise zu weit gegangen. Es kann geprüft werden, so ein Jurist, ob üble Nachrede, Beleidigung oder Verleumdung vorliege. Das sind Straftatbestände. Ein Staatsanwalt könnte nach der Entscheidung eines Richters den Provider der Webseite zur Datenherausgabe auffordern. (mz)

– Quelle: https://www.mz-web.de/29673766 ©2018 – Quelle: https://www.mz-web.de/29673766 ©2018


Quelle:MZ


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