SV Grün-Weiß Wörlitz e.V.

Favoritensieg

News Team, 14.01.2019

Favoritensieg

WITTENBERG/MZ - Statt eines regennassen Platzes mit hohem Rutschpotential bevorzugen die Fußballer der Region derzeit ein Spielfeld unterm Hallendach - so auch Samstag bei den Fußballkreismeisterschaften 2019 in der Wittenberger Stadthalle. Knisternde Spannung lag in der Luft. Würde es einen Favoritensieg geben oder gelingt es einem Außenseiter den Titel zu erkämpfen?

Der Zahnaer Fan-Club mit Lothar und Helmut Paul, Wolfgang Herrmann und Berndt Schneider debattierte im Vorfeld heiß über diese Kardinalfrage. In einem waren sie sich einig: „Wir sind Realisten. Der VfB Zahna wird es nicht sein.“ Mit dieser Prognose sollten sie Recht behalten. Unter den acht Finalisten befanden sich drei Landesklassenvertreter (Abtsdorf, Annaburg, Trebitz) und Landesligist Grün-Weiß Piesteritz. Drei Kreisoberligavertreter (Seegrehna, Zahna, Pretzsch) ergänzten das Feld. Das Überraschungsteam von SV Turbine Zschornewitz (Kreisliga) bildete das Zünglein an der Waage.

Mit 47 Jahren ältester Spieler

„In der Halle besitzt jede Mannschaft ihre Chance. Ich glaube jedoch wir sind Favorit“, gab Bodo Graus vom FC Grün Weiß Piesteritz und mit 47 Jahren ältester Spieler auf dem Hallenparkett seinen Tipp ab. Nach einer 0:2 Niederlage in der Vorrunde gegen Trebitz gab es da schon mal leichte Zweifel. Nachdem Trebitz auch den Zahnaer Kickern mit einem 5:0 Sieg keine Chance ließ, durfte Trebitz sich spätestens ab diesem Zeitpunkt zum engeren Favoritenkreis rechnen. Doch welch eine Überraschung! Im abschließenden Vorrundenderby zwischen den Ortsnachbarn Trebitz und Pretzsch gewinnt das unterklassige Pretzsch mit 2:0. Wie heißt es so schön? „Der Ball ist rund.“ Der Spruch von Ex-Bundestrainer Sepp Herberger sorgte auch in diesem Fall für manche Überraschung. Dazu zählte das Straucheln von Grün Weiß Annaburg, aber auch von Seegrehna, das den Zschornewitzer Kickern den Vorrang geben musste. Der VfB Zahna trat mit doppeltem Handicap an. „Zwei Torhüter stehen auf unserer Verletztenliste. Das können wir heute nicht ausgleichen“, schätzte es Trainer Jens Madaj realistisch ein. Es endete mit einem undankbaren 8. und letzten Platz für die Zahnaer (4:5 Niederlage gegen Annaburg im 9-Meter-Schießen).

Ununterbrochen versorgt Peter Kein als Hallensprecher die etwa 200 Zuschauer immer wieder mit aktuellen Informationen. Bei den Spielen im Zwölf-Minutentakt bleibt indes kaum Zeit zum Luft holen. Das gilt vor allem für die beiden Schiedsrichter Christoph Bäck und Mario Jeske. „Hallenspiele sind anstrengender als die auf dem Rasen. Man merkt es. Heute ist Endrunde und da geht es hart zur Sache“, so die Einschätzung Bäcks, der schon mal die rote Karte bei einem ruppigen Pretzscher zücken muss. Organisationschef Hans-Jürgen Eiserfey leitet unterdessen souverän die kurzweilige Veranstaltung. KFV-Präsident Achim Golly und Schatzmeister Siegfried Ockert zeigten sich zufrieden.

2 800 Spiele gepfiffen

Am Samstag befindet sich im Publikum auch ein ehemaliger Schiedsrichter, der es in seiner 50-jährigen Laufbahn auf 2 800 Spiele brachte. Man darf ihn unter seinesgleichen wohl als „Methusalem“ bezeichnen. Es handelt sich um den 77-jährigen Wilfried Fischer aus Gohrau. Voller Stolz zeigt er der MZ sein akribisch geführtes Buch, das 1967 begann und mit dem Spiel 2017 ESV Bergwitz - DSV Dessau 1:8 endet. Mit Tränen in den Augen empfängt Fischer von Peter Kein (Vorsitzender Schiedsrichterausschuss KFV Wittenberg) Glückwünsche und einen „Schiedsrichterkoffer“ für sein außergewöhnliches Lebenswerk. Verabschiedet wird er mit Applaus.

Sind für die Finalrunde noch weitere Überraschungen zu erwarten? Ab 12 Uhr wird diese Frage beantwortet. Ein Favoritensturz bleibt aus. FC Grün-Weiß Piesteritz schlägt SG 1919 Trebitz in einem packenden Endspiel 2:0. Platz 3 geht an Graf Zeppelin Abtsdorf, das „Underdog“ Turbine Zschornewitz mit 3:2 besiegt.

Weitere Platzierungen: 5. Pretzsch, 6. Seegrehna, 7. Annaburg, 8. Zahna

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bälle versenkte Steven Herold (SV Seegrehna) im Netz - bester Torschütze! Als bester Torwart ausgezeichnet wurde Stephan Ottlepp (SV Turbine Zschornewitz), als bester Spieler Richard Baumann (SG 1919 Trebitz).


Quelle:MZ


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