SV Grün-Weiß Wörlitz e.V.

Kampfgeist ohne Happy End

News Team, 02.12.2019

Kampfgeist ohne Happy End

TREBITZ/MZ Die ersatzgeschwächte Trebitzer Elf hat in der Fußball-Landesliga gegen den Zweiten aus Brachstedt vor allem kämpferisch überzeugt. Die Gastgeber geben sich gegen den Favoriten erst in der Nachspielzeit geschlagen. Immerhin galten die Gäste vor dem Saisonstart als Titelanwärter Nummer eins. So zumindest haben das Zweidrittel der Vereine der Liga gesehen. „Das Umfrage-Ergebnis hat uns überrascht. Das ist nicht unser Anspruch. Aber wir wollen schon oben mit spielen“, sagt Präsident und Manager Sirko Dahlmann.

Entsprechend selbstbewusst beginnt sein Team die Partie. Die Kicker um Kapitän Sebastian Peter haben mehr Ballbesitz und die größeren Spielanteile. Aber die Gastgeber stehen tief und kompakt und lassen kaum Möglichkeiten zu. So versucht es Mathias Allert aus der Distanz. Der Schuss des 31-Jährigen ist überhaupt kein Problem für Keeper Marcus Langer (10. Minute). Der 23-Jährige ist ein starker Rückhalt für sein Team. Auch seine Vorderleute machen einen guten Job. Allerdings steht plötzlich Valentin Sauter im Strafraum völlig frei. Der 23-jährige köpft aber neben das Gehäuse (29.). Viele Chancen erarbeiten sich die Brachstedter bei ihrem Anrennen nicht wirklich. „Bleibt positiv“, fordert Alexander Beck - der 28-Jährige kommentiert das Geschehen auf dem Rasen stets lautstark - seine Mitspieler auf. Die Trebitzer fighten sich in die Partie und haben letztlich sogar die gefährlicheren Aktionen vor dem Kasten des Gegners. Dabei bestraft Tomas Daniel Florencio Dionisi fast eine Lässigkeit der Brachstedter Abwehr beim Spielaufbau. Keeper Matthias Guderitz kann noch gerade so klären (20.). Die Brachstedter Bank ist empört über die bis dato nicht geforderte Defensive. „Was spielt ihr denn da für einen Sch…?“, müssen sich die Kicker anbrüllen lassen. Für Trebitz ist das aber ein Signal: Hier kann etwas gehen. Dominik Weigel errackert sich eine Doppelchance. Die 53 Zuschauer haben schon den Torschrei auf ihren Lippen, aber gleich zweimal können Brachstedter für ihren schon geschlagen Keeper auf der Linie klären (37.).

Nach dem Wechsel erkämpfen sich die Trebitzer noch mehr Zugriff auf die Partie. Es sieht gut aus. Doch das zählt in der so verrückten Sportart Fußball nicht wirklich viel. Ein Freistoß wird Trebitz schließlich doch noch zum Verhängnis. 17 Meter sind es bis zum Kasten. Der Winkel ist ein bisschen spitz. „Aber aus der Entfernung musst du aufs Tor schießen“, sagt Spezialist Roberto Ritter, der solche Standards auch schon in der Verbandsliga für Dölau verwandelt hat. Und er trifft auch dieses Mal zum 1:0 (63.). „Der Freistoß war platziert und scharf getreten. Den kann der Torwart nicht halten“, sagt der 29-Jährige. Langer ist mit den Fingerspitzen dran, kann das Leder noch gegen die Lattenunterkante lenken, von dort springt der Ball aber hinter die Linie. Und die Trebitzer müssen kurz danach einen weiteren Rückschlag verkraften. Anthony Gröber verhindert mit einem taktischen Foul das schnelle Ausführen einer Freistoßes und sieht dafür die Ampelkarte (77.). Es gibt keine Proteste. „Das war Gelb-Rot“, akzeptiert der 23-Jährige noch nach dem Abpfiff den Platzverweis. Allerdings hätte Schiedsrichter Patrick Welsch (Aken), der die Begegnung souverän leitet, den Standard nicht ausführen lassen dürfen. Der Tatort des Fouls - und das ist eben an der Mittellinie klar zu sehen - befindet sich in der Brachstedter Hälfte. Die Ausführung erfolgt aber auf der Trebitzer Seite. Und auch bei einem schnell ausgeführten Freistoß muss der Ball - das schreibt die Regel zwingend vor - ruhen. Aber im konkreten Fall rollt das Leder. Und erst jetzt schreitet Gröber regelwidrig ein. Der Referee bewertet diese Szene korrekt, bestraft aber zwei Verstöße der Gäste zuvor nicht.

Und so liegt Trebitz 0:1 hinten und spielt in Unterzahl. Doch geschlagen geben sich die Gastgeber nicht. Der Ausgleich liegt sogar zwei Mal in der Luft. Moritz Henning Waage scheitert bei einem Konter erst am Schlussmann (82.). Und schließlich geht ein sehenswerter Distanzschuss von Florencio Dionisi nur knapp über den Kasten (88.). Statt 1:1 macht Ritter mit dem 2:0 in der dritten Minute der Nachspielzeit alles klar. Mit dem Doppelpack ist der Ex-Verbandsligakicker der Mann des Tages. Und für die Trebitzer wird der große Kampf nicht mit einem Happy End belohnt.

FC Grün-Weiß Piesteritz ist der Herbstmeister

Durch einen 4:1-Erfolg in Naumburg ist der FC Grün-Weiß Piesteritz vorfristig der Herbstmeister in der Fußball-Landesliga. Die Tore vor 68 Zuschauern erzielen Kapitän Florian Freihube (4., 8.), Jakub Gres (42.) und Jonny Karaschewski (53.). Das Ehrentor markiert Carsten Pieper (74.). „Unser Plan ging auf. Wir haben die Bälle im Mittelfeld erkämpf und dann schnell gespielt. Zur Halbzeit müssen wird noch deutlicher führen.. Das Gegentor ist ein Schönheitsfehler. Aber die Abwehr hat sich ein großes Lob verdient“, so FC-Trainer Sascha Prüfer. „Beide Teams wollten das Gleiche. Tief stehen, keine Fehler machen und erfolgreich umschalten. Leider haben die Gäste das effizienter umsetzen können“, meinte Naumburgs Co-Trainer Martin Pastuschek und sagt: „Wir bekommen zwei Gegentore nach Standards und zwei nach individuellen Fehlern. Das ist einfach zu viel.“

In der Verbandsliga spielt Elster beim stärksten Sturm der Liga in Weißenfels vor 74 Zuschauern torlos.


Quelle:MZ