SV Grün-Weiß Wörlitz e.V.

Aus für die Tour de Franz

News Team, 01.07.2020

Aus für die Tour de Franz

WÖRLITZ/MZ Die gute Nachricht zuerst: Sport-Wettkämpfe - und damit auch Radrennen - sind ab dem 2. Juli in Sachsen-Anhalt wieder erlaubt. Und jetzt die schlechte Nachricht: Die für den 12. September geplante Tour de Franz in der Parkstadt Wörlitz ist trotzdem abgesagt worden.

Virus und finanzielle Gefahren

Den vermeintlichen Widerspruch versuchen die Organisatoren, in einem Pressegespräch aufzuklären. Es geht um das in Virus-Zeiten erforderliche Hygienekonzept, die Vorgaben des Landkreises und die Empfehlungen des Bundes der Deutschen Radfahrer. Das könne zwar alles mit deutlichem finanziellen und personellen Mehraufwand gemeistert werden, trotzdem gebe es keine Durchführungsgarantie. Das beweisen die Ereignisse um den Fleischgiganten Tönnies in Gütersloh, heißt es. Könne das Event in Wörlitz aber nicht stattfinden, wäre die Radsport-Abteilung des SV Grün-Weiß Wittenberg-Piesteritz - das ist der Veranstalter der Rennen in Wörlitz - ruiniert. „Die Gefahr ist zu groß“, sagt Rennleiter Thomas Ristok. Jetzt müssten die Aufträge für die Pokale oder die elektronische Zeitmessung ausgelöst werden. Stattdessen werden die Vorbereitungen, die schon seit Mitte Februar laufen, gestoppt. „Wenn ein Sponsor sofort 5.000 Euro zur Verfügung stellt, würden wir unsere Entscheidung noch mal überdenken“, so Ristok.

Allerdings würde ein Großteil des Geldes für die Notdurft der Sportler und Zuschauer verwendet. Bis zu 20 Dixi-Klos müssen aufgestellt werden. Die Miete für eine solche mobile Toilettenanlage kostet nach Angaben der Organisatoren 100 Euro pro Tag. Darüber hinaus müsse sichergestellt werden, dass nach jedem Besuch eines solchen Häuschen für die geforderte Desinfektion gesorgt wird.

Zusätzliches Personal werde auch für ein Parkplatzmanagement gebraucht. „Die Sportler müssen kurz vor dem Start an- und sofort nach dem Rennen wieder abreisen“, erzählt Roy Gaidies. Für den Abteilungsleiter von Grün-Weiß bedeutet das: „Eine Anreise mit einem Bus geht für die Vereine nicht.“ Und selbst Fahrgemeinschaften seien praktisch mit dieser Auflage ausgeschlossen. Geplant waren Rennen in allen Altersklassen bis zu den Erwachsenen.

Über Besucher und Anwohner

Mit einem attraktiven Rahmenprogramm sollten auch Zuschauer an die neue Strecke, die durch ein Wohngebiet führt, gelockt werden. Doch auch die Besucher müssen registriert werden. Aber wie ist mit den Anwohnern zu verfahren oder mit zufälligen Passanten? Fragen, die nun nicht mehr beantwortet werden müssen.

Dafür nutzen Gaidies und Ristok das Pressegespräch, um sich für die gute Zusammenarbeit zu bedanken. Genannt werden die Wörlitzer Bürgermeisterin Erika Miertsch (CDU), das Oranienbaumer Ordnungsamt und Werner Roß, der das Event moderieren sollte und schon bei der Organisation involviert war. Corona hat von Anfang an die Vorbereitung erheblich erschwert.

Ein Jahr Zwangspause

Die Radsportabteilung vom SV Grün-Weiß sollte erstmals für Tour de Franz in Wörlitz die Verantwortung übernehmen. Zuvor waren die Wörlitzer Matadoren Rainer Höhling und Gerhard Rooke die Organisatoren. Das Männer-Duo hat sein Engagement aber auf acht Jahre begrenzt. Das traditionelle Rennen erinnert an die Events der 60er Jahre und stand nun vor der neunten Auflage nach dem Comeback. Das Highlight sollte „moderner und attraktiver“ gestaltet - ein Spektakel für die ganze Familie werden. Der Bahnhof der Parkstadt war erstmals als Start und Ziel vorgesehen. Jetzt wird eine unfreiwillige Pause eingelegt. Die soll aber diesmal nicht erneut Jahrzehnte andauernd. „Wir wollen die Tour de Franz 2021 wieder in Angriff nehmen“, so Gaidies. Seine Abteilung bereitet jetzt den Radcross im Piesteritzer Volkspark vor. Am 6. Dezember sind die Rennen geplant.


Quelle:mz